Schleule’s Weblog

Die Welt wie ich sie sehe

Übung 5 Di 4. November, 2008

Einsortiert unter: Schreibversuche — schleule @ 2:22

Übung 5

Diese Übung ist die dritte und letzte, die man mit „autobiografischen Erfahrungen“ überschreiben könnte. In vieler Hinsicht ist sie die schwerste, denn sie kann sehr weitgefasst interpretiert werden. Ich möchte, dass Sie beschreiben, wie Sie einmal gefangen gewesen sind.

Denken Sie einen Moment darüber nach. Die meisten Menschen hatten den einen oder anderen Unfall und haben sich, metaphorisch oder wirklich, irgendwann einmal verirrt. Weit weniger Menschen haben die Erfahrung gemacht, physisch gefangen gewesen zu sein – vielleicht in einem steckengeblieben Fahrstuhl oder als Kind im Schrank. Manche unter Ihnen waren vielleicht einmal eingesperrt, aber die meisten, vermute ich, werden an Situationen denken, in denen Sie durch die Umstände „gefangen“ waren: in einer unglücklichen Beziehung, in einem ungeliebten Job etc.

Auch hier können Sie Ihre Erfahrung in eine erfundene Geschichte einfließen lassen oder die Tatsachen beschreiben. Aber wie sie das Wort auch auslegen wollen, zuerst sollen Sie darüber nachdenken, wie es sich wirklich angefühlt hat: Haben Sie keine Luft mehr bekommen, Panik verspürt, sind wütend geworden? Vielleicht müssen Sie genauso viel Zeit darüber nachdenken, wie Sie später mit den Schreiben verbringen. Macht nichts.

Wenn es sich um ein Erlebnis aus früher Vergangenheit handelt, können Sie alte Fotos durchsehen oder in der Bücherei alte Zeitungen lesen, um sich zu erinnern, wie die Zeit, das Leben damals war. Und wenn Sie das Erlebte schließlich aufschreiben, schmücken Sie die Geschichte, wenn Sie mögen, ruhig aus. Zwar sollten die wichtigsten Punkte stimmen, aber Sie können auch Material aus den Fotos oder den alten Zeitungen miteinbeziehen, selbst wenn es gar nichts mit Ihrem Erlebnis zu tun hat. Was immer Sie interessant finden, kann in Ihre Geschichte einfließen. Auf diese Art entstehen spannende Storys; die Ereignisse werden nicht aus der Luft gegriffen, sondern beruhen auf erlebten Erfahrungen, die die Fantasie anregen oder sich mit anderen Einzelheiten verbinden. In den folgenden Kapiteln sprechen wir über Methoden, mit denen man dieses Material weiterentwickelt.

Autos sind etwas wundervolles und kein Kind kann es erwarten endlich 18 Jahre alt zu werden und selber fahren zu können, die Freiheit zu spüren, den Radius zu vergrößern in dem man sich unabhängig bewegen kann. Autos sind aber auch ziemlich klein und eng und können einen auch auf dem Weg in die Freiheit einsperren und erdrücken. Ich bin ein Wossi, jedenfalls behaupten das meine Freunde mit einem Augenzwinkern. Ich bin im Osten Deutschlands geboren und habe dort meine frühe Kindheit bis zur Schulzeit verbracht, dann durfte meine Familie legal ausreisen und wir sind in den Westen gegangen. Ich lebe mittlerweile wieder in meiner Geburtsstadt und damit länger im Osten als im Westen aber das W vor dem Ossi bleibt. Ich wollte aber nicht über mich schreiben, jedenfalls nicht vordergründig und auch nicht über den Osten, in dem ich mich als Kind nie eingesperrt gefühlt habe, trotz der Mauer die uns umgab, sondern von meiner Gefangenschaft in die Freiheit. Es ist für jedes Kind ein wenig traumatisch, wenn es aus seiner gewohnten Umgebung gerissen wird und seine Freunde und den Großteil seiner Familie hinter sich lassen muss. Doch wenn man diesen Weg ins Unbekannte in einem mehr oder weniger klapprigen Lada, zusammen mit seiner Habe antreten muss hat das schon etwas beklemmendes. Das Auto war so klein und vollgestopft, das man sich kaum rühren konnte, doch an der Grenze hätte ich mir gewünscht in diesem Auto bleiben zu können.Es musste alles raus, wir Kinder, ich habe eine jüngere Schwester, wurden auf die Motorhaube gesetzt und meine Eltern mussten alles aus diesem Wagen rausräumen. Überwacht von bewaffneten Grenzsoldaten mussten wir Kinder mit ansehen wie unsere Eltern gedemütigt wurden, wie Beamte meine Mutter zwangen sämtlich Koffer auszuräumen und alles –auch Unterwäsche- wurde durchwühlt…Ich mag heute noch keine Grenzen auch wenn es in Europa kaum noch welche gibt, ich kann mich an keine Situation erinnern in der ich mich so ausgeliefert gefühlt habe.

 

das leere Blatt… Di 4. November, 2008

Einsortiert unter: Unialltag — schleule @ 2:18

Normalerweise habe ich keine Angst vor dem leeren Blatt, aber heute war es dann soweit, ich stand total auf dem Schlauch.

Meine erste Chemiestunde steht vor der Tür und ich habe keinen Plan….

Das Studium bis jetzt hat mich mehr oder weniger (hoch)komplizierte Zusammenhänge und Begrifflichkeiten gelehrt und jetzt stehe ich im Anfangsunterricht Chemie und soll denen die chemische Reaktion an sich näherbringen ohne auch nur einen Fachbegriff zu nennen, denn die kennen die noch nicht. Super für Energie liefert da das Lehrbuch die Worte Licht- und Wärmeerscheinung, was ist das denn??? Eine Lichterscheinung klingt für mich nach den kleinen grünen Männchen.

Ich weiß auch nicht, was an Chemie so anders ist. Biologiestunden habe ich schon vorbereitet und die haben mir keine Probleme gemacht. Vielleicht liegt es daran, dass ich als Schüler Bio immer interessant fand, mich daher auch besser an die Stunden erinnern kann und es mir deswegen leichter fällt. An meine Chemiestunden in der Schule habe ich kaum Erinnerungen, außer vielleicht Langeweile, ach ja und als ich das Iod habe überkochen lassen, der Fleck in meiner Hand musste erst rauswachsen und der im Chemiesaal auf dem Boden ist immer noch da.

Jaja, da heul ich hier über die Probleme des angehenden Lehrers … nein ich heule nicht, ich schreie um Hilfe, wenn irgendjemand (der auch noch meine Seite liest) mir Tipps und Tricks zur Unterrichtsvorbereitung geben kann oder ein gutes Buch dazu kennt … er/sie ist mir herzlich willkommen :-)

So und jetzt werde ich mich aufmachen die Grob- und Feinziele meiner Stunde näher zu definieren, juhu!

 

 
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