Schleule’s Weblog

Die Welt wie ich sie sehe

Übung 3 Fr 24. Oktober, 2008

Einsortiert unter: Schreibversuche — schleule @ 22:12

Übung 3

Denken Sie an eine Zeit in Ihrem Leben, in der Sie einen Unfall hatten, und schreiben Sie darüber. Schreiben Sie nur über das, was geschah, ohne Ausschmückungen und Schnörkel und Analysen, gerade so als würden Sie es jemandem bei einem Bier oder einer Tasse Tee erzählen. Manche von Ihnen haben vielleicht etwas so Dramatisches wie einen Autounfall erlebt, andere sich nur den Zeh gestoßen oder Sie haben eine alte Vase umgeworfen. Es kann ein Ereignis mit weitreichenden Konsequenzen sein oder etwas, wie es eben hin und wieder passiert.

Sie müssen dazu keine schönen Sätze bilden; es ist sogar wichtig, dass Sie sich jetzt noch keine Gedanken über Stil machen. Aber versuchen Sie, so detailliert wie möglich zu beschreiben, wie es zu dem Unfall kam, was genau geschah, und wie es danach weiterging.

Wenn ich diese Übungsaufgabe in einem Schreibkurs stelle, kommen die erstaunlichsten Geschichten heraus – Storys, die einem die Haare zu Berge stehen lassen. Vielleicht gehören Sie zu den Glücklichen, denen noch nie etwas Schlimmes zugestoßen ist, aber wenn Sie genau darüber nachdenken, erinnern Sie sich gewiss an einen kleineren Vorfall, der dennoch für Sie eine Bedeutung und Folgen hatte.

Haben Sie tatsächlich bisher ein vollkommen unfallfreies Leben geführt, dann beschreiben Sie einen Unfall, den Sie beobachtet haben – am liebsten einen im wahren Leben, aber eine Unfallszene im Fernsehen tut es auch. Ich vermute, dass die meisten von Ihnen nicht darauf zurückgreifen müssen. Denn in unserem Alltag geschehen ständig irgendwelche Unfälle, und damit sollen Sie sich jetzt beschäftigen.

Mit 19 Jahren hatte ich einen Autounfall, bei dem mir –Gott sei Dank- nichts passiert ist, der aber den Wagen den ich von meinem Großvater bekommen hatte, vollständig zerstörte und das natürlich eine Woche nachdem mein Vater ihn für teures Geld hatte reparieren lassen.

Es war an einem Montag Morgen und wie üblich war ich für die Schule zu spät dran. In der Nacht hatte es geschneit und der Schnee war auch ein wenig gefroren, aber darauf konnte ich keine Rücksicht nehmen, wenn ich nicht schon wieder zu spät kommen wollte. Also fuhr ich, ohne lange nachzudenken, die Abkürzung über die Landstraße. Ich hatte allerdings nicht bedacht, dass die Streufahrzeuge diese Straße nicht befuhren und so bestand diese aus einer einzigen Eisdecke. Ich hatte gerade beschlossen bei der nächsten Möglichkeit zu wenden, um lieber heil und gesund anstatt pünktlich in den Unterricht zu kommen, als mir ein Fahrzeug entgegen kam.

Auf der engen, rutschigen Straße musste ich nun ausweichen und meine Reifen kamen ins Rutschen und ehe ich auch nur reagieren konnte, fuhr ich meinen Fiesta in einen Graben. Ich erinnere mich, dass das erste woran ich denken konnte das Radio war das noch lief, genau wie der Motor. Ich packte meine Schultasche und kletterte aus der Fahrertür, der Wagen lag auf der Beifahrerseite, und rief mit meinem Handy meinen Vater an.

 

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